Montag, 18. August 2014

Vom Priorat zurück nach Oberwinterthur

Meine diesjährige Weinreise führte nach Katalonien im Nordosten Spaniens. Noch vor 20 Jahren war das eine verschlafene Weingegend. Heute ist alles neu und modern und die meisten Weine auf Weltklasseniveau. Die Preise entsprechend auch.

Vorher gab's einen Abstecher ins südlichste französische Weindorf Banyuls-sur-Mer im Langedoc-Roussillon. Die Hauptsorte ist hier Grenache und es wird vor allem der bekannte Süsswein gekeltert. Ich mag an sich keine süssen Weine. Aber bei edlen Gewächsen wie Sauternes und Banyuls mache ich eine Ausnahme. Passt hervorragend zum Beispiel zum Weihnachtsgebäck an Heiligabend.

Banyuls: tief kauernde Rebstöcke widerstehen
dem ständig stark wehenden Meereswind

Ennet der Grenze in Spanien folgt die Weinregion Empordà. Rund um die Stadt Perelada alles Garnatxa, Syrah, Merlot, Monastrell, Carignan und Cabernet Sauvignon und zudem Weissweine. Hier entstehen neben sortenreinen also viele Cuvées. Besucht habe ich die eindrucksvolle Bodega Castillo Perelada (www.castilloperelada.com).

Finca Malveina von Castillo Perelada

Weiter südlich, nach Barcelona, folgt die Stadt Villafranca del Penedes: die Hauptstadt des Cava, des spanischen Schaumweins. Im dortigen Weinmuseum probierten wir die trockene Weinvariante aus den autochtonen Xarel-lo Trauben.

Museum inkl. Weintasting in Villafranca del Penedes

Die ganz tollen gebirgigen Terrassen-Gebiete folgten dann im Hinterland von Tarragona: Priorat und Montsant. Hier spürt man die Aufbruchstimmung. Eine Mischung aus Pioniergeist und bereits mondänem Weinbau. Handlese selbstverständlich. Was im Gegensatz zu altbekannten Weinregionen völlig fehlte, waren Touristen. Da fühlt man sich selber ein bisschen als Pionier. Die Region ist eigentlich klein. Zentrum ist der Ort Gratallops. In einem Tag konnte ich alle berühmten Weingärten anschauen. Man muss sich aber sehr gut vorbereiten, da fast nichts angeschrieben ist. Diskretion wie bei Schweizer Banken. Nur die wenigsten der architektonisch und technisch supermodernen Bodegas suchen offenbar den Kontakt zu Besuchern. Eine Ausnahme war Buil & Giné (www.builgine.com).

Nur dank guter Recherche gefunden: die legendäre
Boutique Bodega Mas Martinet nahe Gratallops.
Das "Schwimmbad" ist das Wasserreservoir
für die Bewässerung der Reben
(www.masmartinet.com)

macht Spass...
Bodega Torres

Die Highlights: Clos Martinet, Clos Mogador, Alvaro Palacios, Buil&Giné, Trossos, Torres, Scala Dei, Domenèch, Clos Galena.

Schliesslich wieder zurück beim Kurlimuser: das nasswarme Schweizer Wetter hat meinen Reben innert 2 Wochen schon wieder massive Gipfel wachsen lassen. Deshalb werden sie nun wieder geschnitten und unten entferne ich viel Laub, damit die Trauben bis zur Reife noch oft die Sonne sehen. Einige etwas schwächere Trauben oder Teile davon entferne ich.

die Kurlimuser-Trauben vom Laub befreien 

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